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Nachstehend genannte Kolleginnen wurden für ihre jahrzehntelange
Gewerkschaftstreue ausgezeichnet:

Bild 1) 70 Jahre- Egger Rudolf, Reiche Oswald, Stemeseder Michael
Bild 2) 50 Jahre - Winter Helmut, Mitterer Gottfried, Friedl Herbert
Bild 3) 40 Jahre -
Drevo Ernst, Weidner Kurt, Hechenberger Georg
Bild 4) 25 Jahre - Vranjanin Slobodanka, Banjac Sofija, Dobernig Gerhard
Mit diesem
Spruch begann am 31. August dieses Jahres der Gautschmeister die Freisprechfeier
der Jünger Gutenbergs" im festlich dekorierten Hof der
Burg Golling in Salzburg.
Gautschen - so die Überlieferung - heißt im ursprünglichen
Sinn: bei der Papiererzeugung den Papierbrei zum Abseihen des Wassers
in ein Sieb zu schütten und durch Schaukeln dabei das Wasser entfernen.
Das Gautschen eines Ausgelernten ist eine dem Postulieren (dieses wurde
bis um 1800 als Freisprechung durchgeführt) entlehnte mildere Form
der Freisprechung. Dabei wird der Kandidat unter viel Aufhebens auf einen
nassen Schwamm gesetzt, aus einem Kübel wird ihm über das Haupt
Wasser gegossen. So wird er - der Überlieferung nach - von den Sünden"
der Lehrzeit gereinigt. Die Gesellen der Druckereien Druckzentrum Salzburg,
Salzburger Druckerei, Laber-Druck/Oberndorf, AGI Media Packaging/Siezenheim
und Ortmann-Druck/Ainring b. Freilassing, unterzogen sich diesem alten
Brauch, der seit dem Jahr 1473 nachweislich durchgeführt wurde. Lediglich
in der Nazizeit - so unterrichtete uns ein Jubilar - war die Durchführung
dieser Tradition bei Strafandrohung strengstens verboten.
Gollinger Wasserspiele
Doch nass wurden bei dieser Veranstaltung nicht nur die Gäutschlinge
selbst, auch die Besucher wurden vom Nass nicht verschont. Regnete es
doch so stark, dass man meinen konnte, der Wettergott kenne an diesem
Tag nur Golling ...
So wurden aus der ehrsamen Tauff die Gollinger Wasserspiele",
zum Missfallen der Brauerei und der sehr bemühten Veranstalter. Dennoch,
die Zuschauer und Gäutschlinge nahmen es gelassen. Wissend, dass
die AK Salzburg und die DJP-Landesstelle gleich danach in einem wohltemperierten
Saal zu Speis und Trank luden um gemeinsam mit den Jubilaren den zweiten
Höhepunkt dieser Gewerkschaftsveranstaltung begehen zu können.
Gewerkschafstbewegung notwendiger denn je!
Gewerkschaftsvorsitzender Franz Bittner, der die Veranstaltung besuchte,
nahm die Gelegenheit wahr, um bei der Mitgliederehrung auf die wichtige
Rolle der Gewerkschaften in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart
hinzuweisen.
Gebe es nicht unsere unerschrockenen Vorkämpfer - so Bittner zu den
Jubilaren , die sich zu einer Zeit solidarisierten, wo sie der Bespitzelung
und der Verfolgung ausgesetzt waren, und gebe es nicht die mutigen Kolleginnen,
die sich mit Kraft und Überzeugung für die Rechte der Arbeitnehmerinnen
aktiv über Jahrzehnte einsetzten, würde es heute mit der Gewerkschaftsbewegung
in Österreich schlecht aussehen. Dennoch, gerade in den letzten Wochen
und Monaten haben die Gewerkschaftsbewegung und Hunderttausende
Arbeitnehmerlnnen den Mächtigen in diesem Land gezeigt, dass man
über ihre Interessen nicht einfach drüberfahren darf. Hätte
es nicht die starken Gewerkschaften und den ÖGB gegeben, so wäre
die vom Parlament beschlossene Pensionsreform noch schlimmer ausgefallen.
Wollen wir - so Bittner weiter - die soziale und wirtschaftliche Sicherheit
der arbeitenden Menschen in diesem Land tatsächlich für die
Zukunft sicherer machen, sei es unabdingbar, dabei nicht nur auf die eigene
organisatorische Stärke zu schauen, sondern auf allen Ebenen entsprechende
politische Weichen zu stellen. Der Gewerkschaftsvorsitzende als auch Landesvorsitzender
Helmut Schenk bedankten sich namens der Gewerkschaft mit tiefempfundenen
Worten bei den Jubilaren für deren jahrzehntelange Gewerkschaftstreue
und sahen in ihnen beispielhafte Vorbilder im Kampf für Gerechtigkeit
und sozialen Fortschritt.
Nähere
INFO siehe Vorwärts
>>vorwärts
09/2003
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